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Reinigen von Siebdruck-Schablonen

Nach dem Druckprozess müssen die Siebe in aller Regel von der Farbe befreit werden. Hierzu bedient man sich sogenannter Siebwaschanlagen, welche die Farbe in einem automatischen und geschlossenen Prozess von der Druckschablone abwaschen. Am häufigsten kommen hierbei Kohlenwasserstoffmischungen zum Einsatz. Diese brennbaren Stoffe dürfen nur unter bestimmten Voraussetzungen eingesetzt werden. Hierzu ist zunächst die Auswahl des Flammpunktes wichtig, denn grundsätzlich sind Reinigungs-Lösemittel im Siebdruck mit einem Flammpunkt ab >40 °C zulässig. Allerdings hat der Gesetzgeber daran bestimmte Anforderungen gestellt, d. h. zum einen müssen weiterreichende Explosionsschutzmaßnahmen getroffen werden (EX-Raum, leitfähige Fußböden, etc.), und es werden komplizierte Formalien vorgeschrieben (2.8. Explosionsschutzdokument durch den Betreiber, etc.). Diesen Anforderungen kann man durch die Wahl eines Lösemittels mit Flammpunkt >55 °C ausweichen, und der Betrieb dieser Anlagen ist an nur wenige Anforderungen gebunden. Die Vorteile sind hier ganz handfest, so können Anlagen, welche mit solchen Reinigern betrieben werden, in Arbeitsräumen aufgestellt werden, ohne EX-Zonen einhalten zu müssen.

Unabhängig vom Flammpunkt ist das lnnere der Anlage, also die Waschkammer selbst, immer EX-geschützt als Zone 0 auszuführen, da beim Versprühen der Lösemittel der Flammpunkt seine Bedeutung völlig verliert. Sind in der Zone 0 z.B. bewegliche Düsenstücke oder rotierende Bürsten vorhanden, so ist die Anlage gem. der ATEX-Richtlinie auszuführen, d. h. die entsprechenden Bauteile müssen der sogenannten "Baumusterprüfung" unterworfen werden. (vgl. BGI 801)

Als Siebwaschanlagen haben sich sogenannte ,,Kammeranlagen" bestens gewährt, da sie ein Maximum an Reinigungsleistung bieten, ohne mehr als unbedingt notwendige Emissionen an den Arbeitsraum abzugeben. Bei diesen Anlagen werden die Schablonen durch eine Beladetüre in die Halterung der Waschkammer gestellt und nach dem Verschließen der automatische Waschprozess gestartet. Moderne Anlagen bieten bei der Programmierung die Möglichkeit, eine Abtropfphase einzustellen und haben eine Trockenkammer, die der Abtrocknung der Siebschablonen dient.

Bei allen Anlagen dieser Art ist der sog. "anlagenbezogene Gewässerschutz" zu beachten, d. h. neben einer Reihe von Vorschriften beim Bau der Anlage muss der Betreiber dafür sorgen, dass die Anlage gegen Leckagen geschützt ist. Dies wird am besten mithilfe einer Bodenwanne erreicht, welche den Ansprüchen des WHG entspricht. Hierbei sind einige Mindestanforderungen zu beachten (Bodenwannen grundsätzlich aus Edelstahl 1.4301, mindestens 2 mm dicke Materialien, mindestens 50 mm hoch, Aufnahme des gesamten vorgesehenen Lösemittelvolumens, Herstellung durch zertifizierten WHG-Fachbetrieb). Werden solche Grundlagen nicht berücksichtigt, gilt die Absicherung als nicht durchgeführt.

Automatische Siebreinigung in Siebdruckbetrieben

Margendruck und Facharbeitermangel bestimmen neben konjunkturellen Themen die Diskussionen aller Wirtschaftsunternehmen. Hieraus resultieren die dringenden Aufgaben,

  • Periphere Aufgaben zu reduzieren
  • Periphere Aufgaben zu automatisieren
  • Periphere Aufgaben produktions- und qualitätssicher aufzustellen

In den Siebdruck anwendenden Abteilungen von Industriebetrieben, aber auch in den gewerblichen Siebdruckereien, wird der Bereich ,,Siebreinigung" oftmals untergeordnet betrachtet und ähnelt meist mehr dem ,,schwarzen Loch" im Gesamtprozess".

Auch in diesem Bereich sind aber qualitative Bestleistungen notwendig, um das allgemeine Qualitätsniveau des Unternehmens unter bestmöglicher Berücksichtigung der ökonomischen Zwänge zu erhalten und/oder zu verbessern.

Dies wird am ehesten durch einen sorgfältig ausgearbeiteten Workflow mit einem hohen Automationsgrad erreicht. D.h. die Prozesse wie Entfetten, Entwickeln, Waschen und Entschichten der neuen bzw. gebrauchten Siebdruck-Schablonen müssen möglichst unabhängig vom Ausbildungsgrad und der Tagesform der Bediener sein.

Dies wird erreicht, indem nach einer sorgfältigen Aufnahme des IST-Zustands ein Ziel definiert wird, welches die beschriebenen Parameter berücksichtigt und den Anforderungen hinsichtlich Durchsatz, Reinigungsqualität und Praktikabilität gerecht wird.

Dem Anwender steht heute eine Vielzahl von Anlagen zur Automation der Siebreinigung zur Verfügung.

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Bilder zum Artikel

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  • Reinigung
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  • Sieb reinigen
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  • Bodenwanne
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  • Doppeltüre
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  • Düsenstock Bauartzulassung
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  • Genial
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  • Genial Rolltor offen
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  • Genial Rolltor zu
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  • Rotor Waschanlage
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  • automatische Präzisionsbeschichtung
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